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  • AutorenbildJulia Ramos

Das Erstgespräch: Die Bedeutung und Ziele

Der Gedanke an das Erstgespräch kann Stress auslösen, vielleicht verbindest du damit den Druck, einen Patienten gewinnen zu „müssen“. Oder eine Absage durch deinen Patienten fühlt sich wie ein Versagen an.

Vor allem, wenn deine Erfahrungen mit Erstgespräche bisher nicht positiv waren, kann alleine der Gedanke daran für Unwohlsein führen.

Falls dem so ist, bist du hier bei mir richtig. Ich verstehe, welche Gedanken, Gefühle und Erwartungen du mit dem Erstgespräch verbindest.

Es ist völlig okay, dass es dir bisher nicht so gut damit gegangen ist und du das Thema jetzt so angehen möchtest, dass Erstgespräche für dich und deine Patienten den Grundstein eurer Zusammenarbeit legen.

 

Lass uns mal damit anfangen, dass du für einen Moment deine Gedanken und Gefühle um das Erstgespräch ablegst. Wir schauen uns jetzt nämlich an, was zwei Ziele im Erstgespräch sind:

 

Kennenlernen

In dem Erstgespräch lernst du deinen Patienten kennen und dein Patient lernt dich kennen.

Hier darfst du gerne daran denken, dass dein Patient zu dir kommt, weil er sich von dir Hilfe erhofft.

Im Kennenlernen geht es also viel darum, dass du von deinem Gegenüber erfährst, warum genau er sich Hilfe wünscht. Am besten ist es, wenn du einen Fragebogen hast, den du in dem Gespräch benutzen kannst. Dadurch ist bereits Struktur vorhanden, es kann nichts vergessen werden und genau das gibt dir Sicherheit. Es ist nämlich das eine, dass du Fragen stellst, es ist etwas anderes, die Antworten wahrzunehmen. Gibt es Fragen, bei denen dein Patient merklich unruhig ist? Das könnte ein Hinweis sein, dass dies ein Gebiet ist, bei dem du mit Fingerspitzengefühl nachfassen kannst.

 

Vertrauen aufbauen

In dem ersten Gespräch wird nicht nur die Frage geklärt, ob ihr weiter zusammenarbeiten wollt, sondern es werden auch die Weichen für die Art der weiteren Zusammenarbeit gelegt.

Dein Patient liefert die Antworten, damit du einen Behandlungsplan erstellen kannst. Das ist ihm natürlich wichtig.

Für die erfolgreiche Zusammenarbeit ist ein unumgängliches Ziel das Vertrauen zueinander aufzubauen.

Auf deiner Seite ist es entscheidend, dass du verstehst, was der Patient meint, wenn er Symptome beschreibt.

Auf seiner Seite ist es wichtig, dass er versteht, was du ihm erklärst.

Vielleicht denkst du, dass dies doch logisch ist, dass ihr euch gegenseitig versteht. Wenn deine Erstgespräche und die Zusammenarbeit mit all deinen Patienten reibungslos und erfolgreich verläuft, dann hast du damit wahrscheinlich recht.

Wenn dem allerdings nicht so ist, dann ist dies definitiv ein entscheidender Punkt, der deine Aufmerksamkeit benötigt: wie gut kannst du zuhören? Wie gut kannst du erklären?

Das sind Themen, über die ich hier auf meinem Blog schreibe, in meinem Podcast rede und auf meinem Instagram-Kanal bespreche. Sie sind sehr wichtig und gut erlernbar.

 

Mit diesen beiden Zielen kommen wir der Bedeutung des Erstgespräches sehr nah: Es geht zum einen darum, dass dein Patient dich kennenlernt und Vertrauen zu dir aufbauen kann, weil er sich mit dir wohlfühlt und sich von dir verstanden fühlt.

Und zum anderen geht es darum, dass du den Patienten und seine gesundheitliche Situation verstehst.

 

Das Erstgespräch ist eines der wichtigsten Gespräche, die du mit deinen Patienten führst, weil es ein Indikator über die Qualität eure Zusammenarbeit ist.

Zum anderen kommt im Erstgespräch die Kunst der Gesprächsführung richtig zur Geltung und kann von dort auf viele weitere Gespräche angewendet werden.

Es macht deswegen viel Sinn, sich auf das Erstgespräch gut vorzubereiten und wie du das am besten machst, erfährst du im nächsten Blogbeitrag.

 

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, aber es für dich noch mehr in die Tiefe hätte gehen können, dann lade ich dich ein, dir meinen Podcast anzuhören. Dort erzähle ich mehr zu den Zielen und der Bedeutung. Entweder du klickst auf den Button „Podcast“, der leitet dich zu Spotify, oder du gehst zu deinem bevorzugten Anbieter für Podcasts und suchst nach „Let’s talk about conversation by Julia“.

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